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Regierung legt Suchtbericht vor (2002-05-06)
Regierung legt Suchtbericht vor


http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel573.php

Weniger Drogentote in Deutschland

Erstmals rückläufiger Trend / Ecstasy-Konsum steigt


Von Andreas Hoffmann

Berlin ? Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist erstmals wieder
gesunken. Das geht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus dem
jüngsten Suchtbericht der Bundesregierung hervor, den die Drogenbeauftragte
Marion Caspers-Merk heute in Berlin vorstellen wird. Danach starben im
vergangenen Jahr 1835 Rauschgiftsüchtige, fast zehn Prozent weniger als im
Jahr zuvor. Damit sank die Zahl erstmals, nachdem sie drei Jahre lang
ständig gewachsen war. Caspers-Merk erwartet, dass auch im laufenden Jahr
weniger Menschen an Drogen sterben. Die ersten Zahlen dieses Jahres aus
Berlin würden dies nahe legen, hieß es.

Der Rückgang der Todesfälle habe verschiedene Ursachen, heißt es im Umfeld
von Caspers-Merk. So gebe es mehr Hilfsangebote für Rauschgiftabhängige.
Beispielsweise sei der Rückgang in Bayern (minus 15,6 Prozent) größtenteils
darauf zurückzuführen, dass die Städte München und Nürnberg den Abhängigen
besser hülfen. Auch die so genannten Konsumräume, in denen Süchtige unter
Aufsicht ihre Drogen nähmen, hätten die Lage der Betroffenen verbessert.
Allerdings hätten noch nicht alle Bundesländer den Städten erlaubt, solche
Räume einzurichten. Vor allem Bayern lehne dieses Vorgehen ab.

Trotz des generell positiven Trends will die Drogenbeauftragte keine
Entwarnung geben. So griffen immer mehr junge Leute zu Suchtmitteln wie
Ecstasy. Nach einer Statistik des Bundeskriminalamts stieg der Anteil der
Erstkonsumenten im vergangenen Jahr um elf Prozent. Jeder vierte der 22 500
Menschen, die die Polizei erstmals mit Rauschgift erwischt hatte, nahm die
Pillen. Dagegen stagniert der Konsum harter Drogen, wie Heroin; die Anzahl
der Kokainabhängigen ist sogar um 8,5 Prozent gesunken.

Problematisch sei aber, dass viele junge Aussiedler Heroin nähmen, heißt es
in dem Bericht. Im vergangenen Jahr seien daran 142 Menschen gestorben; das
seien zwar weniger als im Vorjahr gewesen, doch gemessen am geringen
Aussiedler-Anteil in der Bevölkerung sehr viel. Auch bei legalen
Suchtmitteln gebe es Anlass zur Besorgnis. So rauchten immer mehr junge
Frauen. Bereits jedes vierte Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren greife zum
Glimmstängel.

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