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Hamburger Ärztekammer: Resolution gegen Brechmitteleinsatz (2002-04-30)
http://www.aerztezeitung.de/docs/2002/04/30/080a0802.asp?cat=/medizin/sucht

Kammer verfaßt Resolution gegen Brechmitteleinsatz
Hamburger Ärztekammer sieht rechtlichen Konflikt Kammer verfaßt
Resolution gegen Brechmitteleinsatz

HAMBURG (jh). Gegen den gewaltsamen Einsatz von Brechmitteln hat die
Ärztekammer Hamburg erneut scharf protestiert. In einer Resolution
verurteilt die Kammer, daß Anästhesisten am Uniklinikum Eppendorf (UKE)
indirekt gezwungen würden, an dem Einsatz teilzunehmen. Man stürze sie
damit in einen ethischen und arbeitsrechtlichen Konflikt.

Hintergrund: Seit dem Tod eines 19jährigen Drogendealers aus Kamerun,
dem im vergangenen Dezember gewaltsam Brechmittel eingeflößt worden war,
müssen nach einem Beschluß des Hamburger Senats immer Anästhesisten bei
der Brechmittelgabe anwesend sein (wir berichteten).

Die Klinikleitung löste den ethischen Konflikt der Ärzte - viele
Mediziner am Institut für Rechtsmedizin lehnten eine direkte Beteiligung
an dem Einsatz ab - mit einer Dienstanweisung. Danach müssen die
Anästhesisten in einem Nebenraum warten, wenn einem Dealer der
Ipecacuanha-Sirup durch eine Sonde gewaltsam eingeflößt wird, damit er
verschluckte Drogenkügelchen wieder erbricht. Kollabiert der Dealer,
sind die Anästhesisten sofort zur Stelle.

Nach Ansicht der Kammermitglieder Dr. Ulrich Mullerleile und Dr.
Reinhard Laux wird so aber ein Rechtskonstrukt geschaffen, das den
Einsatz als nicht ablehnbare Hilfeleistung erscheinen lasse.
Wie in der Resolution steht, täusche diese Art der Stand-by-Behandlung
eine medizinisch, ethisch und juristisch einwandfreie Lösung vor, bringe
aber keinem der Beteiligten mehr Sicherheit. Das Problem werde nur durch
den Verzicht auf den gewaltsamen Einsatz von Brechmitteln gelöst.