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JES: Inhaftierten wird die HIV/Aids-Medikation oft versagt (martin, 2009-12-02)

Inhaftierten wird die HIV/Aids-Medikation oft versagt

Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 01.12.2009 äußern der JES Bundesverband e.V.i.Gr. und der Landesverband JES NRW e.V. - JES steht für Junkies, Ehemalige und Substituierte - in nachfolgender Pressemitteilung Kritik an der gängigen Praxis im Umgang mit infizierten Drogengebrauchern.

Zu den derzeit knapp 70.000 mit HIV/Aids infizierten in Deutschland lebenden Personen zählen auch ca. 8.000 -zumeist injizierende- Drogengebraucher. Diese Menschen werden, neben den zahlreichen Erschwernissen, die eine solche Krankheit in aller Regel auch heute noch mit sich bringt, zudem aufgrund ihres Konsums meist illegaler Drogen von der Justiz verfolgt.

Besonders kritisch, teils sogar lebensbedrohend wird es für an HIV/Aids erkrankte Drogengebraucher bei einer Inhaftierung. Denn die Weiterführung der laufenden medikamentösen Behandlung im Gefängnis ist keinesfalls gesichert. Ganz im Gegenteil sogar: Oft wird den Schwerkranken die ärztlich verordnete medikamentöse Therapie dort versagt.

Für den Landesverband JES NRW mahnt Vorstand Mathias Häde an, dass diese unhaltbaren Zustände in Haft sich möglichst bald ändern müssen.

"Es darf nicht sein, dass wir Inhaftierte wie Menschen zweiter Klasse behandeln und ihnen eine laufende und lebenswichtige Medikation zur Behandlung ihrer Infektion mit HIV versagt wird", betont Häde und sieht hier eindeutig die Politik in der Pflicht.

Auch die Tatsache, dass in Gefängnissen bereits installierte Spritzenautomaten in überaus populistischer Manier dort wieder entfernt wurden, kritisiert Mathias Häde in diesem Kontext:
"Ein Großteil der Drogengebraucher konsumiert auch in Haft weiterhin Drogen. Ist dort der Zugang zu sterilen Spritzen mittels Automaten gesichert, verringert sich das Risiko einer Ansteckung mit HIV oder Hepatitis deutlich. Wir dürfen vor diesen Tatsachen nicht die Augen verschließen und im Mantra 'Es kann nicht sein, was nicht sein darf!' tatenlos verharren."

Es gibt aber durchaus auch Zeichen der Hoffnung: So sieht Marco Jesse, Vorstand des JES Bundesverbands, die vor einiger Zeit eingeführte Praxis des Betriebs von Drogenkonsumräumen und die in diesem Jahr ermöglichte Substitution mit Heroin (Diamorphin) nicht zuletzt als Chance auch gegen die Weiterverbreitung von HIV/Aids. "In Konsumräumen und im Rahmen der Heroingestützten Behandlung werden die Konsumenten daran gewöhnt, größten Wert auf sterile Utensilien zu legen und, zum Schutze Dritter, eine sinnvolle Blutaufmerksamkeit zu entwickeln", wie Jesse unterstreicht.

"Nun gilt es für JES als bundesweite Interessenvertretung Drogen gebrauchender Menschen, Augenmerk darauf zu richten, dass die Substitution mit Diamorphin Heroinkonsumenten in ganz Deutschland zur Verfügung steht", so Jesse weiter. Hierzu müssen bauliche und sicherheitstechnische Anforderungen sowie medizinische Zugangskriterien so gewählt werden, dass sie ein möglichst Hohes Maß an Praxisnähe aufweisen, wie Marco Jesse zum Abschluss betont.

Berlin, den 30.11.2009

Diese PM als PDF unter
http://www.trio-media.de/jesnrw/press/pm_jes_wat2009.pdf

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