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Deutschland Vizemeister bei Drogenfahrten!? (Theo Pütz, 2008-07-26)
Drogen am Steuer:Deutschland im Spitzenfeld !?

Laut Pressemitteilung der ARCD vom 24.07.2008 liegt Deutschland bei den Drogenfahrten an der Spitze. Nach den Ergebnissen einer von der europäischen Koordinationsstelle der Straßenaufsichtsbehörden TISPOL durchgeführten Erhebung, wurden in Deutschland bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle am 2. Juni Wochenende fast 50.000 Fahrzeuge kontrolliert. Laut Pressemitteilung der ARCD wurden bei dieser Kontrolle bei 268 (0.54 Prozent) der FahrerInnen Drogen nachgewiesen. „Nur“ bei 591 (1,2 Prozent) FahrerInnen konnte demnach eine Alkoholfahrt festgestellt werden. Im europäischen Vergleich liegt demnach nur Belgien mit 0,78 Prozent aufgedeckter „Drogenfahrten“ vor der BRD.

Interessant bei der Pressemitteilung der ARCD ist zum einen die Feststellung, das zahlenmäßig die Alkoholfahrten doppelt so hoch sind, wie die vermeintlichen Drogenfahrten, die aufgedeckten „Drogenfahrten“ als erschreckend bezeichnet werden, und die Alkoholfahrten mit der Bezeichnung „Nur“ verniedlicht werden.

Hinzu kommt ferner auch noch, dass die Alkoholfahrten erst als solche bezeichnet werden, sobald der Grenzwert (0,5 BAK Promille) überschritten wurde. Bei illegalen Substanzen hingegen reicht in der BRD schon der geringste Substanzennachweis aus, ohne das auch noch von einer Wirkung ausgegangen werden kann, um eine Drogenfahrt zu unterstellen.

Im weiteren hingt der Vergleich auf europäischen Ebene, da die Mitgliedsstaaten neben den unterschiedliche Grenzwerten, auch mit unterschiedlichen Untersuchungsmedien arbeiten. In der Schweiz liegt der analytische Grenzwert für THC bei 1,5 ng/ml Gesamtblut. In der BRD liegt der analytisch Grenzwert für THC bei 1 ng/ ml. Dieser wird wiederum anders als in der Schweiz, im Blutplasma ermittelt, und führt somit zu einen 2-3 mal höherem Wert. In der Schweiz würde ein Kraftfahrer bei einem THC-Wert von 1ng/ml im Gesamtblut keine Drogenfahrt angelastet werden. In Deutschland würde dieser Wert, den für Deutschland geltenden Grenzwert um ein bis zu 3faches überschreiten.

Vor diesem Hintergrund müssen die Zahlen und Ergebnisse relativiert werden, da sie die Gefahren die für die Verkehrssicherheit durch Drogen entstehen können völlig verzerren.

http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&comefrom=scan&r=332786