Neuigkeiten



Neuigkeiten

Unsere Neuigkeiten sind auch in Form eines RSS 2.0 Feeds verfügbar.

Weitere drogenpolitische Neuigkeiten können Sie beim Planet Drogen Projekt finden.

Wissenschaft fordert realistischen THC-Grenzwerte (2007-10-18)
Experten fordern realistische THC-Grenzwerte für den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit analog zur 0,5 Promillegrenze für Alkohol.

Auf dem Kongress der internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM) am 5.10.2007, wurden durch ein internationales Expertenteam die Ergebnisse aus ihren jahrelangen Forschungen zum Gefährdungspotenzial von Cannabis auf die Verkehrssicherheit vorgestellt.
Demnach sind die moderaten Leistungseinbußen, die bei THC-Werten von bis zu 10 ng/ml im Blutplasma entstehen können, mit denen vergleichbar, die bei Alkoholwerten bis zu 0,5 Promille BAK festzustellen sind.

Der bisherige Grenzwert von 0,0 bzw. 1ng/ml THC, führt in der Praxis dazu, dass zum überwiegenden Teil Cannabiskonsumenten de facto für die Einhaltung des „Nüchternheitsgebotes“ bis hin zum Existenzverlust bestraft werden, da sehr geringe THC-Mengen selbst Tage noch dem Konsum im Blut feststellbar sind, ohne dass dabei nachweisbare Leistungseinschränkungen bestehen.

Durch eine weitere, durch die Bundesanstalt für Straßewesen veröffentlichte Studie, wird die derzeitige verwaltungsrechtliche Interpretation bezüglich der generellen Fahreignung bezweifelt, insbesondere dahingehend, dass weder ein regelmäßiger Cannabiskonsum dazu führt, dass die Leistungsfähigkeit permanent unter dem erforderlichen Maß liegt, noch dass eine regelmäßiger Cannabiskonsument per se nicht in der Lage sei zwischen Konsum und Verkehrsteilnahme zu trennen. Auch die Annahme, dass geringe THC-Werte im Blut ein Beweis für ein fehlendes Trennungsvermögen darstellt, wird von den Wissenschaftlern kritisiert, da geringe THC-Werte im Blut durch die Betroffenen nicht wahrgenommen werden können.

Da sich die These, dass bei einem geringen THC-Nachweis auch eine Fahrt unter der Wirkung von Cannabis vorgelegen hätte, aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht halten lässt, und dadurch überwiegend völlig nüchterne Fahrer bis hin zum Existenzverlust sanktioniert werden, ist die Forderung nach einem realistischen THC-Grenzwert mehr als überfällig.

Diesbezüglich hat der grüne Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele am 12.10. eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt.

Um der Forderung nach realistischen Grenzwerte Nachdruck zu verleihen, haben wir in Zusammenarbeit mit dem DHV einen Protestmailer an den Verkehrsminister installiert, und fordern hiermit alle dazu auf, sich am Protestmailer zu beteiligen.

Zum Protestmailer: http://hanfverband.de/protestmailer/mitmachen_12.html