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Weitere drogenpolitische Neuigkeiten können Sie beim Planet Drogen Projekt finden.

ENCOD: Unterschriftenkampagne wird fortgesetzt (2005-05-10)

(Lesen Sie hierzu auch die ausführliche Pressemitteilung von Eve & Rave "EU-Drogenpolitik: Demokratie und Recht am Abgrund!")

ENCOD schreibt:

Liebe Freunde,

hier schicken wir Ihnen einige Informationen zum Ergebnis des European Citizen Action Day für eine gerechte und wirksame Drogenpolitik am 21.April. An diesem Tag fand im Europäischen Parlament in Brüssel ein Hearing zur Debatte um die zukünftige Drogenpolitik in Europa statt.

Den vollständigen Bericht zum Hearing und Fotos davon finden Sie auf http://encod.org/freshair.htm. Die Debatte wurde klar von den Befürwortern eines Wechsels in der Drogenpolitik dominiert und zwar seitens der Organisationen der Zivielgesellschaft ebenso wie der Verantwortlichen regionaler Verwaltungen und der europäischen Organisationen. Die EU-Verantwortlichen ignorieren diese Stimmen und versuchen weiterhin, die Aufmerksamkeit von Parlamentariern und der Öffentlichkeit überhaupt von den disaströs negativen Ergebnissen der gegenwärtigen Drogenpolitik abzulenken; auf diese Art und Weise können auch die Lektionen , die sich aus der bisherigen Drogenpolitik lernen lassen nicht umgesetzt werden.

Nun wehte aber einmal ein frischer Wind im europäischen Parlament; erstmals in dessen Geschichte durften Zuhörer ungewöhnliche Fragen stellen und von ungewöhnlichen Lebensläufen berichten (ungewöhnlich jedenfalls für EU Bürokraten). So wurde es beispielsweise totenstill im Raum, als Mefisto aus Rom die Lebensgeschichte eines 23jährigen Süditalieners, Guiseppe, erzählte: dieser war wenige Monate zuvor wegen des Anbaus von drei Marihuanapflanzen in seinem Hof arrestiert und angeklagt worden. Dieser Vorfall stigmatisierte ihn in seinem kleinen Dorf derart,dass er sich schliesslich das Leben nahm.

Gerd Leers, der Oberbürgermeister von Maastricht, einer kleinen Stadt an der niederländisch-deutschen Grenze, präsentierte seinen Vorschlag zur Beendigung des ‚Krieges’ gegen die Cannabis-Anpflanzer; dieser Krieg kostet seine Polizei pro Jahr 100 000 Arbeitsstunden: „Ich bin überzeugt davon, dass ein kontrollierter Anbau von Cannabis zu einer wesentlichen Verringerung der Kriminalität führen würde.“

Zuvor hatte Massimo Barra vom Internationalen Roten Kreuz und der Stiftung Roter Halbmond seine Überzeugung begründet, dass die jahrelangen Erfahrungen mit Harm-Reduction-Programmen in Europa nur einen Schluss zulassen: wir brauchen diese neuen, couragierten Strategien nicht nur zum Wohl der Drogenkonsumenten sondern zum Wohl der Gesellschaft überhaupt.

Die Positionen des Catania Report wurden durch dieses Hearing wesentlich bestärkt.ENCOD bereitet jetzt weitere Aktionen vor mit dem Ziel, die EU-Verantwortlichen zur Berücksichtigung des Catania Reportes bei der Gestaltung der zukünftigen Drogenpolitik zu bewegen. Um dieses Ziel zu erreichen brauchen wir weiterhin Ihre/Eure Hilfe und Unterstützung.
Sie finden die Petition auf: http://action.encod.org

Die Unterschriftenkampagne wird mindestens bis Ende Juni fortgesetzt werden. Dabei werden wir darum bitten, möglichst bis zum 15.06.05 zu unterschreiben.Dann können wir das Ergebnis , d.h. die bis dahin erreichten Zahlen, für Pressekampagnen zu der EU Versammlung nutzen, auf der der neue Drogen-Aktionsplan verkündet werden soll; ebenso werden die Ergebnisse der Unterschriftenkampagne für Pressearbeit anlässlich der ENCOD-Jahresversammlung am 25./26.06.2005 in Berlin nützlich sein..

Bisher haben wir aus Deinen Land 1520 Unterschriften. Wir brauchen aber noch viel, viel mehr Unterschriften!!! Du kannst uns bei der Verbreitung der Nachricht über die Petition helfen. Dazu schickst Du die nachstehende Mitteilung an alle, von denen Du glaubst sie würden auch unterzeichnen. Verbreite diese Nachricht bitte über Deine bevorzugten Internet-Foren, Deine Mailisten und Dein Adressbuch.


Wollen Sie ein Ende des ‘Krieg den Drogen’
Dann lesen Sie bitte weiter.


Im Dezemeber letzten Jahres verabschiedete das EU Parlament den ‚Catania Report’.In diesem Bericht werden grundlegende Änderungen in der Drogenpolitik der EU empfohlen. Nun ist es Sache der EU-Verantwortlichen, diese Empfehlungen bei der Gestaltung der zukünftigen Drogenpolitik zu berücksichtigen.

Der Bericht drückt ganz klar die Notwendigkeit aus, vor allem und an erster Stelle Gewicht auf Gesundheitsfürsorge zu legen und unnötige Repression zu vermeiden. Er eröffnet die Debatte darüber, das Dogma der Prohibition durch eine ausgewogene Herangehensweise auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und des gesunden Menschenverstandes zu ersetzen.

Aktivisten für eine Reform der Drogenpolitik aus ganz Europa haben eine Unterschriftenkampagne zur Unterstützung der Forderungen des ‚Catania Report’ ins Leben gerufen mit dem Ziel, Druck auf die EU-Verantwortlichen auszuüben.Sie sollen den Catania Report in ihrer Politik berücksichtigen. Diese Petition erreichte in nur einem Monat bereits 40 000 Unterschriften. Am 15. Juni 2005 soll die Petition der EU übergeben werden.

Falls die EU die Empfehlungen des Catania Report übernähme, wäre das ein Schritt von grosser symolischer Bedeutung; und zwar innerhalb Europas ebenso wie gegenüber den aussereuropäischen Staaten. Der Catania Report spricht eine neue, eine andere Sprache; wenn diese Eingang in die EU Drogenpolitik findet, kann in vielen Ländern Europas die Debatte darüber beginnen, was dies für Auswirkungen auf die nationale Drogenpolitik haben kann.

Kämpfen Sie mit für andere Drogengesetze! Unterzeichnen Sie die Petition auf http://action.encod.org/ und bitte Sie weitere Personen, dasselbe zu tun. (Den Catania Report finden Sie auf der gleichen Website).

Tut Euch zusammen, organisiert Euch!

Überall in Europa beteiligen sich Menschen an Einzel-oder Gruppenaktionen und demonstrieren so ihren Protest gegen die aktuelle Drogenpolitik. Wir haben es bewiesen: wenn die Stimme für eine Veränderung stark genug ist, kann sie nicht überhört werden. Nehmen Sie Kontakt mit ENCOD auf, wenn Sie ein Teil dieser Stimme werden und mehr über mögliche Aktionen wissen wollen: http://action.encod.org Hier finden sie auch einen aktuellen Aktions-Kalender.

Unterstützt ENCOD

ENCOD ist ein europaweit arbeitendes Netzwerk von Organisationen und Einzelpersonen. Wir haben keinerlei ständige Finanzierung sondern können zur Finanzierung unserer Aktivitäten nur auf die Mitgliedsbeiträge zurückgreifen. Überlege doch mal, ob Du nicht Mitglied werden willst oder den monatlichen Newsletter abbonieren willst ( mindestens 15 Euro pro Jahr für Westeuropa und 7.50 für Osteuropa).

Mehr dazu auf: http://www.encod.org/support.htm

Wir hoffen, von Dir/Euch zu hören,

mit besten Grüssen,
das ENCOD Team

EUROPEAN COALITION FOR JUST AND EFFECTIVE DRUG POLICIES (ENCOD)
Lange Lozanastraat 14
2018 Antwerpen
Belgium
Tel. 00 32 (0)3 237 7436
Fax. 00 32 (0)3 237 0225
E-mail: encod@glo.be
Website: www.encod.org