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Aufklären statt abschrecken (2003-08-25)


Pubdate: 22/08/2003
Source: Lausitzer Rundschau
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Aufklären statt abschrecken

Von Jürgen Becker

Die jüngsten Zahlen aus Brandenburg, Sachsen, und Sachsen-Anhalt
belegen: Haschisch, Cannabis, Ecstasy und Opiate sind in den neuen
Ländern weiter auf dem Vormarsch.

Dass der einst fast «jungfräuliche» Osten bei der Rauschgiftkriminalität
nahezu mit dem Westen gleichgezogen hat, zeigt, dass die deutsche
Drogenpolitik gescheitert ist. Würden nüchterne Fakten zählen, wären
rationale Argumente und eine daran ausgerichtete Politik statt Dogmen
und quasi-religiöser Eifer gefragt – die jüngsten Zahlen müssten die
Politiker eigentlich zum Umdenken zwingen.
Mit der Kriminalisierung der Drogen-Konsumenten haben sie nichts
erreicht. Verbote bewirken offensichtlich nichts. Einfach nur immer mehr
Strafverfahren gegen 14- bis 16-Jährige Kinder einzuleiten, hat mit
Pädagogik, mit Vorsorge und Schutz der Gesundheit nichts mehr zu tun.
In Holland haben Erfahrungen gezeigt, dass ein Verzicht auf die
Bestrafung von Cannabiskonsumenten nicht zwangsläufig dazu führt, dass
deutlich mehr Leute Haschisch oder härtere Drogen zu sich nehmen. Dort
sind die Konsumenten besser erreichbar. Denn wer etwas streng Verbotenes
tut, gibt das in der Regel nicht zu. Mit Jugendlichen, die, wenn sie
sich outen, kriminalisiert werden, ist schlecht zu diskutieren, welche
Gefahren Rauschmittel bergen.
Junge Menschen müssen aber lernen, verantwortungsbewusst mit Drogen, die
ohnehin fast flächendeckend in der Region zu haben sind, umzugehen.
Offensive Aufklärung bringt mehr als pauschale Verurteilungen. Wer schon
Drogen nimmt, dem sollte wenigstens erklärt werden, wie er es vermeidet,
abzustürzen. Denn selbst noch mehr Repression wird heute niemanden mehr
davon abhalten, Haschisch zu rauchen.