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Manu Chao sagt "Ja zu Marihuana" (2003-08-08)

Pubdate: 7.8.2003
Source: Die Presse
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Manu Chao sagt "Ja zu Marihuana"

Der französisch-baskische Sänger schockiert mit seinem
Liberalisierungs-Appell Italien.

ROM (ag). Der französisch-baskische Sänger Manu Chao sorgt für Aufruhr
in Italien. Der 40jährige Liedermacher, der zum Idol der europäischen
Globalisierungsgegner geworden ist, schockte die Öffentlichkeit mit
einem Appell für die Liberalisierung der weichen Drogen. "Keine
Ecstasy-Pillen, kein Kokain, Ja zu Marihuana", lautete das Motto Manu
Chaos bei einem Konzert im Stadium von Pescara, an dem 10.000
begeisterte Fans teilnahmen. Mehrere Jugendlichen wurden dabei von der
Polizei mit Haschisch in der Tasche überrascht.

Die Aussagen Manu Chaos, der auch Slogans gegen den italienischen
Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi rief, sorgten für Entrüstung unter
jenen Verbänden, die den Drogenkonsum in Italien bekämpfen. Auch der
Kinderschutzverband Moige protestierte heftig gegen den Sänger. "Man
kann nicht dulden, dass während eines öffentlichen Musik-Events
Propaganda für Drogen gemacht wird", so ein Moige-Sprecher, der an eine
Klage gegen den Liedermacher denkt. Der Verband forderte auch, dass Manu
Chaos Tour in Italien gestoppt werde.

Der Weltenbummler, der bereits Sänger der 1994 aufgelösten Gruppe "Manu
negra" war, überraschte Ende der 90er Jahren das breite Publikum
insbesondere durch seine Texte, einem Kauderwelsch aus Spanisch,
Portugiesisch, Englisch und Französisch. In Lateinamerika ist der
"Halbbaske" vor allem wegen seines politischen und sozialen Engagements
bekannt. Manu Chao ist Mitglied der Vereinigung ATTAC, die sich für die
Besteuerung von Finanz-Transaktionen einsetzt.