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Drogen-Kinder: Städtetag schlägt Alarm (2003-07-28)

Pubdate: 28.07.03
Source: Sindelfinger, Böblinger Zeitung
Contact: redaktion@szbz.de
Copyright: © Sindelfinger, Böblinger Zeitung
Website: www.szbz.de/
Online: www.szbz.de/dc1/html/news-sfz/20030728lana0015.htm



Drogen-Kinder: Städtetag schlägt Alarm
Einstiegsalter sinkt weiter - Auffällig viele Spätaussiedler betroffen

Stuttgart (dpa) - Drogensüchtige Kinder und Jugendliche sind nach Ansicht
des Städtetages eine ¸¸tickende Zeitbombe'', die dringend entschärft werden
muss.

¸¸Das Einstiegsalter für Alkohol und Drogen sinkt weiter. Außerdem nehmen
Konsumformen mit erheblichen gesundheitlichen Risiken zu'', sagte der
Sprecher des Städtetages, Manfred Stehle, in einem dpa-Gespräch. Er forderte
zentrale Anlaufstellen. Diese sollten gefährdeten Jugendlichen den Weg zu
gezielter Hilfe weisen.

Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes hingen von 31 000
Rauschgiftdelikten im letzten Jahr 15 000 mit Cannabis-Produkten zusammen.
Rund 40 Prozent der Verdächtigen waren jünger als 21 Jahre.

¸¸Bereits heute sind bei den Sucht- und Drogenberatungsstellen immer
häufiger junge Menschen anzutreffen, die zu so genannten Partydrogen wie
Ecstasy, aber auch zu Cannabis greifen'', sagte Stehle. Auffällig sei
besonders die große Zahl von Spätaussiedlern unter den Drogentoten im
vergangenen Jahr. Ihr Anteil mit 23 Prozent an der Gesamtzahl der
Rauschgifttoten sei überproportional hoch.

Auch der Alkoholkonsum Jugendlicher steige, ein Drittel trinke regelmäßig.
Dabei falle besonders das so genannte Koma-Trinken auf, erläuterte Stehle.
Als Beispiel dafür hatte die Landesstelle für Suchtgefahren kürzlich den
Landkreis Lörrach genannt. Dort verzeichneten Krankenhäuser und Polizei in
den vergangenen zwei Jahren einen sprunghaften Anstieg von
Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen nach Exzessen am Wochenende. Diese
Entwicklung soll nun eine Pilotstudie im Auftrag des
Bundesgesundheitsministeriums untersuchen.

¸¸Auf Grund dieser Besorgnis erregenden Entwicklung muss die Suchthilfe
ausgebaut werden'', meinte Stehle. Ansätze für eine bessere Vorbeugung sieht
der Städtetag in Netzwerken, in denen die kommunalen Suchtbeauftragten,
Jugendämter und Schulen zusammenarbeiten. Prävention sei zudem ohne
Mitwirkung der Eltern schwierig. Notwendig seien Strategien, die bei den
Eltern suchtabhängiger junger Menschen ein Problembewusstsein schafften.
¸¸Oft gibt es jedoch eine Barriere der Verharmlosung, die abgesenkt werden
muss'', betonte Stehle.