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Der Umgang mit den 3000 schwer Drogenabhängigen in der Stadt (2002-04-01)

Der Umgang mit den 3000 schwer Drogenabhängigen in der Stadt Mit ganz spitzen Fingern angefasst http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/134981

Höchst ungern befasst sich die politische Spitze im Rathaus mit der Drogenproblematik in der Stadt. Dieser Eindruck erhärtet sich bei näherer Betrachtung des Umgangs, den Stuttgart mit schwer drogenabhängigen Menschen pflegt. In Karlsruhe läuft derzeit ein Modellprojekt an, bei dem neben dem Ersatzstoff Methadon erstmals Heroin an Süchtige ausgeteilt wird. Unter ärztlicher Aufsicht, begleitet von therapeutischen Maßnahmen. Ein aufwendiger Versuch, ein kostspieliger zugleich - und ob sich der gewünschte Erfolg bei den Drogenabhängigen einstellt, ist - naturgemäß - ungewiss. Dennoch, dass in Stuttgart ein Beschluss des Gemeinderats nicht umgesetzt wurde, der sich für eine Teilnahme an dem Projekt einsetzte, spricht für sich.

Drogenabhängige bleiben in der Perspektive mancher Entscheidungsträger ein strafrechtliches Problem: Neben der Kommune verweigerten auch die Landesregierung und deren Sozialminister Friedhelm Repnik die Unterstützung für das Modellprojekt. Wer Heroin an Süchtige abgebe, mache sich zu deren Dealer. So wird immer wieder argumentiert. Als vor Jahren erstmals der Ersatzstoff Methadon an Abhängige ausgeteilt wurde, versuchten Gegner einer liberalen Drogenpolitik, dies mit demselben Argument zu verhindern. Doch müsste beim Umgang mit Süchtigen nicht statt eines ideologisch geprägten ein nüchterner und zugleich menschlicherer Weg eingeschlagen werden?

Von Erik Raidt