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12. Juni - Protesttag gegen Massaker in Thailand (jw, 2003-06-12)
Heute (12.06.) finden in vielen Ländern Protestaktionen gegen Menschenrechtsverletzungen in Thailand statt, die im Laufe einer dreimonatigen Antidrogenkampagne begangen wurden. Von Februar bis April kamen dabei rund 3000 Menschen auf bisher ungeklärte Weise ums Leben. Obwohl damit die Antidrogenkampagne von Premieminister Thaksin etwa soviele Menschenleben forderte wie die Terroranschläge auf das WTC und drei bis viermal soviele Tote hinterlies wie die weltweite Seuche SARS, nahmen die Weltpresse kaum Notiz davon.

Allein in den ersten sieben Wochen der dreimonatigen Kampagne wurden fast 2000 Menschen ermordet. Die Polizeibehörden hatten mit Hilfe von ungenannten Denunzianten "schwarze Listen" von Verdächtigen zusammengetragen, von denen während der Kampagne viele von Unbekannten in Zivilkleidung erschossen wurden. Die Polizei beschlagnahmte fünf Millionen Amphetaminpillen - ein Vielfaches der Menge, die sich jeweils passenderweise in der Nähe der Todesopfer fand. Die Behörden zeigen kein großes Interesse, die Mörder ausfindig zu machen, obwohl sie behaupten, daß die Morde auf das Konto von Drogenbanden gingen. Menschenrechtsorganisationen beschuldigen die Polizei, in vielen Fällen blutige Selbstjustiz gegen Verdächtige verübt zu haben. Viele der Toten waren vor dem Todesschuss mit Handschellen gefesselt worden.

Es ist anzunehmen, dass unter den Todesopfern auch Menschen sind, die überhaupt nichts mit illegalen Drogen zu tun hatten. Wenn der Griff zum Telefonhörer reicht, um einen persönlichen Feind aus dem Weg zu räumen, ohne sich dabei selbst die Hände schmutzig zu machen, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Obwohl 90% der Befragten in einer Umfrage der "Bangkok Post" Ende Februar die Kampagne befürworteten, hatten 70% der Befragten gleichzeitig Angst, selbst zum Opfer zu werden.

Das Bundesnetzwerk Drogenpolitik bei Bündnis 90/Die Grünen hat einen Offenen Brief als Pressemitteilung herausgegeben. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und schreiben auch Sie der Botschafterin, Frau Cholchineepan Chiranond. Auf der Website des Vereins für Drogenpolitik gibt es eine Vorlage für ein Protestschreiben, das man ausdrucken und per Fax, Brief oder Email an die Berliner Botschafterin des Königreichs Thailand schicken kann.

Die Botschaft antwortete auf die Protestaktionen mit einer Pressmitteilung.

Protestbrief vom Verein für Drogenpolitik:
http://www.drogenpolitik.org/download/thailand/20030612.pdf
http://www.drogenpolitik.org/download/thailand/20030612.rtf
http://www.drogenpolitik.org/download/thailand/20030612.doc

Pressemitteilung des Bundesnetzwerks Drogenpolitik der Grünen:
http://www.cannabislegal.de/politik/bnd-pm030612.htm

Pressemitteilung des Königlich-Thailändischen Botschaft:
http://www.cannabislegal.de/international/th-pm030612.htm

Von 16:00 bis 20:00 Uhr soll vor der Thailändischen Botschaft in der Lepsiusstr. 64-66, 12163 Berlin, eine Kundgebung stattfinden. An diese Anschrift können Sie auch Protestbriefe schicken. Die Botschaft ist auch per Fax oder Email zu erreichen:

Thailand: Protestaktionen geplant [CLN#110, 16.05.2003]
Drogen in Thailand