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Gesundheitsministerium antwortet zu Cannabisarznei (jw, 2003-04-22)
Am 14.03.2003 schrieb der Verein für Drogenpolitik e.V. (VfD) an die Bundesdrogenbeauftragte, Frau Marion Caspers-Merk, um sich nach dem aktuellen Stand des Zulassungsverfahrens für Cannabis zu medizinischen Zwecken zu erkundigen. Der VfD verwies dabei auf einen Text auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahre 2001, in dem die Verfügbarkeit von Cannabisextrakten für "in absehbarer Zeit" in Aussicht gestellt wurde. In einer nun eingetroffenen Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) ist von keinem Zeitpunkt mehr die Rede. Das BMGS berichtet lediglich, dass der Zulassungsprozess immer noch nicht abgeschlossen ist.

Eine von 1999 bis 2002 laufende Studie, die natüliche Cannabisextrakte mit synthetischem THC und einem Placebo verglich, sei voriges Jahr abgebrochen worden, schreibt das BMGS. Die in der Studie verwendete orale Dosierung war offensichtlich so gering gewählt worden, dass keine der getesteten Substanzen eine messbare Wirkung zeigte.

Eine Tagesdosis von 5 mg THC in Pillenform ist nicht gerade viel. Der Bericht des Institute of Medicine von 1999 erwähnt eine Studie, bei der Testpersonen, die einen Schokokeks mit 20 mg THC verzehrt hatten, nur eine mässige Wirkung feststellten. Täglich 5 mg THC entspricht Cannabis im Schwarzmarktwert von nur etwa 10 Euro, in Kekse gebacken, pro Monat (33 Cent pro Tag). Die Dosierung ist vor allem bei oralem Konsum ein Problem. Bei zu hohen Dosierungen treten psychoaktive Nebenwirkungen (z.B. Euphorie, Zerstreutheit) in den Vordergrund. Eine gewisse euphorisierende oder angstlösende Wirkung kann jedoch bei Krebspatienten sogar erwünscht sein. Wird um jeden Preis versucht, psychoaktive Wirkungen in Studien zu vermeiden, dann kann es zu einem Fehlschlag wie in diesem Fall kommen. Nun muß die Studie mit anderen Dosierungen wiederholt werden und das heißt, Patienten werden wieder Jahre auf eine preiswerte und nebenwirkungsarme Medizin warten oder Strafverfolgung riskieren.

Schreiben des VfD an Marion Caspers-Merk (BMGS) [24.03.2003]
Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung [11.04.2003]
Cannabis als Medizin