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VfD - Newsletter #3 (Hermann Grell, 2003-01-29)
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VfD- Verein für Drogenpolitik
www.drogenpolitik.org
info@drogenpolitik.org
Artikelzusammenstellung: Hermann Grell
Tel. 0621-4017267
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INHALT


1. Karlsruher Heroin-Projekt: Aufnahme von Patienten abgeschlossen
2. Rezension BZgA-Buch "Drogenkonsum in der Partyszene"
3. Öffentliche Anhörung im EU-Parlament zur Drogenpolitik
4. "Hanf!"-Herausgeber in Untersuchungshaft
5. Kölner OB: Reggae-Festival soll bleiben
6. Stellungnahme des Indro e.V. Münster
7. Termine zu Drogenpolitik


1. Karlsruher Heroin-Projekt: Aufnahme von Patienten abgeschlossen
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/345251 <br />


Karlsruhe - Der im Land umstrittene Modellversuch zur heroingestützten
Behandlung Schwerstabhängiger in Karlsruhe verläuft nach Plan: Die Aufnahme
von Patienten wurde zum Jahreswechsel abgeschlossen. Mit den nun nach und
nach eingehenden Testwerten könne man "hoch zufrieden" sein, sagte der
stellvertretende Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe, Gustav
Holzwarth, am Mittwoch auf Anfrage. Greifbare Ergebnisse der bundesweiten
Arzneimittelstudie lägen aber erst sehr viel später vor, hieß es. Das
Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Die Studie in sieben deutschen Großstädten soll klären, ob die streng
überwachte Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige den so genannten
Unerreichbaren helfen kann. Erstes Ziel ist es, den Junkies einen Weg aus
der Beschaffungskriminalität zu weisen. Langfristig sollen sie drogenfrei
werden. Karlsruhe beteiligt sich als einzige Stadt in Baden-Württemberg an
dem Projekt, das ein Einstieg in eine neue Drogenpolitik sein kann.

"Die Patienten machen Fortschritte", lautet Holzwarths Zwischenbilanz nach
den ersten Monaten. Im Mai 2002 wurden in Karlsruhe die ersten Junkies mit
Heroin behandelt. Dass bis zum planmäßigen Aufnahmestopp nicht alle 60
möglichen Behandlungsplätze vergeben wurden, sei kein Problem, sagte
Holzwarth. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Studie sei damit nicht
gefährdet. "Die Anforderungen an die Patienten sind sehr hoch. Es war klar,
dass die uns nicht die Bude einrennen würden."

Im Gegensatz zu anderen Städten erhält Karlsruhe keine Zuschüsse vom Land.
Der ehemalige Landesjustizminister Ulrich Goll (FDP) hatte aber im Herbst
signalisiert, dass es in Zukunft eine Unterstützung für solche Wege geben
könnte. Voraussetzung: Die Studie müsste zweifelsfrei ergeben, dass die
Abgabe von Heroin als Arzneimittel an einen bestimmten Kreis von Süchtigen
sinnvoll ist.

"Mehr als 50 Schwerstabhängige" nehmen nach Angaben Holzwarths in Karlsruhe
an der Studie teil. Bei ihnen haben herkömmliche Therapien versagt. Die
Hälfte von ihnen wird mit Heroin behandelt, die andere Hälfte dient als
Kontrollgruppe und bekommt die Ersatzdroge Methadon als Medikament. Beide
Gruppen werden psychosozial betreut. Bundesweit stehen 1120 Plätze zur
Verfügung.
dpa/lsw


2. Rezension BZgA-Buch "Drogenkonsum in der Partyszene"

Der von der BZgA herausgegebene Band 19 der Reihe Forschung und Praxis
der Gesundheitsförderung "Drogenkonsum in der Partyszene - Entwicklungen
und aktueller Kenntnisstand" ist eine Dokumentation einer Fachtagung der
BZgA zur Suchtprävention vom 24.9 bis 26.9.2001 in Köln. In dem Buch
werden die medizinischen und pharmakologischen Aspekte des
Ecstassykonsums, die epidemiologischen Aspekte des Drogenkonsums in der
Partyszene, die Aspekte der Prävention im gesellschaftlichen Konsens,
die aktuellen Trends in Peer-Support und Peer-Education, die
Kommunikation über Drogen sowie die Chancen und Risiken von
Drug-Checking durchleuchtet und detailliert beschrieben. Die Rezension
von Hans Cousto zeigt die stark unterschiedlich ausfallende Güte der
einzelnen Beiträge auf, wobei vor allem der Buchbeitrag von Artur
Schroers (Leiter der Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren)
zum Thema Drug-Checking wegen des Weglassens wichtiger Fakten und einer
einseitig tendenziöser Darstellung der Gegebenheiten in ganz besonders
differenzierter Weise kritisiert wird. Die Rezension ist mit zahlreichen
Verweisen zu Originaldokumenten im Internet versehen.

Die Rezension im Internet:
http://www.drogenkult.net/?file=text009 <br />

Das Buch kann kostenlos bestellt werden bei
BZgA, 51101 Köln
Fax: 0221/8992-257
E-Mail: order@bzga.de
oder als PDF-Datei (1,2 MB, 256 Seiten) unter folgender Adresse im Netz
aufgerufen werden:
http://www.bzga.de/bzga_stat/fachpubl/pdf-datei/dfh19.pdf <br />



3. Öffentliche Anhörung im EU-Parlament zur Drogenpolitik

Unter dem Titel "VIENNA 2003: A Chance for the World" findet am Dienstag,
04.03.2003 im Europäischen Parlament in Brüssel eine Anhörung zur
Internationalen Drogenpolitik statt. Die "Internationale Koalition von
Nicht-Regierungs-Organisationen für eine gerechte und effektive
Drogenpolitik" (International Coalition of NGOs for Just and Effective Drug
Policy, ICN) hat dazu wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft
und Kultur als Redner eingeladen. Mitglieder des Europäischen Parlaments,
von EU-Regierungen und Pressevertreter werden anwesend sein. Am Tag davor
findet eine öffentliche Veranstaltung in der Innenstadt von Brüssel statt,
am folgenden Tag ein Treffen von drogenpolitischen Aktivisten in Antwerpen.

Invitation to attend a public hearing on Europe's role in Drug Policy Reform
[ENCOD]
http://encod.org/invitation.htm <br />

UN-Drogenkonferenz in Wien im April 2003
http://www.cannabislegal.de/international/un-wien2003.htm <br />


4. "Hanf!"-Herausgeber in Untersuchungshaft

Roger Bottlang, Herausgeber und Geschäftsführer der Zeitschrift "Hanf!"
wurde im November von den Ermittlungsbehörden im Schweizer Kanton Aargau
verhaftet. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Das gab die
Redaktion in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage und in einem Brief an
die Abonnenten bekannt. Nähere Hintergründe wurden aufgrund des laufenden
Ermittlungsverfahrens nicht bekanntgegeben. Die Zeitschrift musste als Folge
der Verhaftung ihr Erscheinen als Druckschrift vorübergehend einstellen. Die
Druckausgabe für Dezember konnte bereits nicht mehr erscheinen. In den
nächsten Monaten wird "Hanf!" kostenlos im Internet lesbar sein. Der Ausfall
der Einnahmen aus Werbung und Zeitschriftenverkäufen ist ein schwerer Schlag
für den Verlag und die Mitarbeiter.

Stellungnahme der Hanf!-Redaktion
http://www.hanfmedien.de <br />


5. Kölner OB: Reggae-Festival soll bleiben

Die Kölner Polizei hatte sich wegen Fällen von Cannabisbesitz und
Cannabishandels gegen eine Genehmigung für das alljährliche Reggaefestival
"Summer Jam" ausgesprochen (wir berichteten, CLN#93, 17.01.2002).
Oberbürgermeister Fritz Schramma will das Festival retten, fordert aber vom
Veranstalter strengere Drogenkontrollen.

Schramma will den Summer Jam retten [Express, 19.01.2003]
http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=10043706933 /> 92&... <br>

Reggae-Fans können wieder hoffen [Kölner Stadt-Anzeiger, 21.01.2003]
http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel& /> aid=1042581643817&openMenu=992279212917&...

Kölner Polizei will "Summer Jam" stoppen [CLN#93, 17.01.2003]
http://www.cannabislegal.de/cln/cln093.htm#4 <br />

6.STELLUNGNAHME DES INDRO E.V. MÜNSTER

Prozesseröffnung in Bielefeld am 3.2.03


Am 3.2.03 wird vor dem Landgericht in Bielefeld der Prozess gegen zwei
Vorstandsmitglieder und einem Mitarbeiter der Drogenberatung e.V. Bielefeld
eröffnet. Dieser Prozess steht im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen den
ehemaligen Polizeipräsidenten Kruse in Bielefeld wegen angeblicher
Strafvereitelung im Amt. Die Anklage gründet sich auf Verdacht des Gewährens
einer Gelegenheit zum unbefugten Erwerb und zur unbefugten Abgabe von
Drogen. Durch diesen Prozess wird die gesamte niedrigschwellige Drogenhilfe
in Frage und unter das Damoklesschwert einer möglichen Kriminalisierung
gestellt.

Um Rechtssicherheit für alle Mitarbeiterinnen niedrigschwelliger Drogenhilfe
herzustellen, fordert INDRO e.V. hiermit alle Verbände der Drogenhilfe
und Drogenpolitik auf, sich unverzüglich gemeinsam für eine Änderung im
Betäubungsmittelgesetz einzusetzen. Konkret bedeutet dies:

Die sofortige Streichung des § 29 Absatz 1, Ziffer 10 BtMG (Verschaffung und
Gewährung einer Gelegenheit zum unbefugten Gebrauch)
Einführung eines Opportunitätsprinzips auf polizeilicher Ermittlungsebene
Entpönalisierung konsumvorbereitender Handlungen wie Besitz und Erwerb als
Herabstufung zu einer Ordnungswidrigkeit

Andernfalls wird niedrigschwellige Drogenhilfe als bewährte
Unterstützungsmaßnahmen zur Schadensminimierung, psychosozialer
Stabilisierung und Überlebenshilfe weiterhin unter dem Risiko einer
individuellen staatsanwaltschaftlichen Verfolgung arbeiten müssen.

Dr. Wolfgang Schneider
Ralf Gerlach
INDRO e.V.
Bremer Platz 18 ñ 20
48155 Münster


http://www.nw-news.de/news/mantel/politik/NW_20030111_1816370002.html <br />


7. Termine zu Drogenpolitik:

28.02.2003-02.03.2003 Bern (CH): CannaTrade
08.04.2003-18.04.2003 Wien: UN Drogen-Konferenz
03.05.2003 Weltweit: Million Marijuana March
31.05.2003 Weltweit: Nichtrauchertag
26.06.2003 Weltweit: Anti-Drogen-Tag der UN
23.08.2003 Berlin: Hanfparade

www.drogenpolitik.org <br />
Kontakt: info@drogenpolitik.org