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Aus für das "Summer Jam"-Festival (2003-01-19)

Source: Express
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Kiffer-Fest: Verbot kommt nicht in die Tüte
Nach EXPRESS-Bericht: Empörung über das mögliche Aus für das "Summer 
Jam"-Festival

Von ROBERT BAUMANNS und CHRISTOF ERNST

Köln – Das Votum ist eindeutig: Polizei-Chef Winrich Granitzka und 
Ordnungsamtsleiter Werner Kilp stehen ziemlich einsam da mit ihrer 
Forderung, das "Summer Jam"-Festival zu verbieten.

Ungefragt meldeten sich am Freitag beim EXPRESS Politiker, Veranstalter 
und Musikmanager, nachdem wir exklusiv über das geplante Verbot 
berichtet hatten. Und alle waren empört über das Vorhaben.

Die schönste Formulierung kam von der FDP: „Ein Verbot kommt nicht in 
die Tüte“, meinte der drogenpolitische Sprecher der Liberalen, Marco 
Mendorf. „Man kann keine Veranstaltung verbieten, nur weil eine 
Minderheit Haschisch raucht und die Polizei mit diesem Phänomen nicht 
umgehen kann.“

Ähnlich argumentiert Bürgermeisterin Angela Spizig: „Als Reggae-Fan kann 
ich mir ein Verbot nicht vorstellen. Zumal das Festival friedlich 
abläuft. Da es auf Bundesebene Bemühungen gibt, das Haschischrauchen in 
kleinen Mengen nicht mehr zu verbieten, ist die Reaktion Granitzkas und 
Kilps nicht zeitgemäß. Außerdem: Alkohol verursacht viel eher Gewalt. 
Aber Fußballstadien werden ja auch nicht geschlossen, wenn 
alkoholisierte Fans Randale machen.“

Peter Sörries, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, sagte dem EXPRESS: 
„Das "Summer Jam"-Festival muss und wird auch weiterhin stattfinden, 
Tüten hin oder herum. Vielleicht ist ein Kompromiss möglich: Die 
Veranstalter übernehmen in ihre Musikplanungen die Songs, die diese 
Herren sicherlich gerne anlässlich ihres „Winter Jam“, der fünften 
Jahreszeit, mitsingen, wie: »Trink doch eine mit« oder »Trink, trink, 
Brüderlein trink«. Und Herrn Kilp plagen dann auch keine Gewissensbisse 
mehr, wenn er die Alkoholverkaufsstände am Rosenmontagszug genehmigt.“

Klaus Tröscher, Manager von „Basta“ und Gerd Köster, ist entsetzt: „Es 
ist nicht zu fassen! In welcher Zeit leben denn die Herren Granitzka und 
Kilp? Haben die keine anderen Probleme?“ Und Mischa Hüserich, Chef der 
„Kantine“, meinte: „Das ist doch kein wirkliches Drogenproblem. Da sind 
vielleicht ein paar Kleindealer unterwegs. Ich bin beim letzten "Summer 
Jam" kein einziges Mal angesprochen worden. Außerdem gehört zum Reggae 
so ein Tütchen einfach dazu. Wenn das Festival verboten wird, werde ich 
Messdiener und ziehe mir den Weihrauch rein.“