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VfD Newsletter #2 (2002-12-17)
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www.drogenpolitik.org
info@drogenpolitik.org
Chefredaktion: Hermann Grell
Tel. 0621-4017267
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INHALT

1. VfD - PM 15 Sportminister in Glühweinrausch - Cannabisverbot in
Fussballstadien lockern
2. EU verbietet Tabakwerbung
2. VfD - PM 16 Bundesregierung arbeitet für Tabaklobby -  Honorar 11,8 Mio.
Euro
3.. EU-Experten fordern andere Massnahmen zur Risikoreduzierung beim
    Drogengebrauch als Repression
4. Ist Prävention eine Glaubensfrage?
5. Hochprozentiges Haschich in der Schweiz
6. Neue Texte zu Cannabis
7. Keine EU-Angleichung bei Coffeeshops
8. Zweite Auflage des Cannabis-Infohefts
9. Hans-Christian Ströbele bei Stefan Raab
10.CDU-Vorstandsmitglied für Cannabis-Legalisierung
11. Artikel zu Cannabis, Depressionen und Schizophrenie
12. Termine zu Drogenpolitik


1. PM 15  Sportminister in Glühweinrausch - Cannabisverbot in
Fussballstadien lockern

Der Verein für Drogenpolitik e.V. erklärt zum Beschluss der
Sportministerkonferenz das Alkoholverbot in Fussballstadien zu lockern:

Die Sportminister haben auf ihrer Konferenz das Alkoholverbot gelockert.
   Zur Begründung erklärt die Vorsitzende der Sportministerkonferenz Frau
Krammp-Karrenbauer: "Wir haben mit dem Alkoholverbot in Fußballstadien
ein Verbot, an das sich kaum jemand hält."
Der Verein für Drogenpolitik e.V. fordert die Sportminister auf, analog
zum Alkoholverbot auch das Cannabisverbot in Fussballstadien zu lockern.
Im Gegensatz zu Alkohol ist die Cannabiswirkung entspannend und
beruhigend und wirkt so präventiv gegen Gewalttätigkeiten im Umfeld von
Bundesligaspielen. Dieses Vorgehen wird auch durch die Argumentation der
Sportministerkonferenz unterstützt: an das Cannabisverbot hält sich in
Deutschland auch niemand, drei bis sieben Millionen Kiffer sprechen für
sich.


2. EU verbietet Tabakwerbung

Nur zwei von 15 EU-Ländern stimmten am Montag gegen ein Tabakwerbeverbot in
der Europäischen Union: Der britischen Regierung geht das Verbot nicht weit
genug, während andererseits Verbraucherschutzministerin Künast (Grüne) darin
eine Kompetenzüberschreitung der EU sieht. Das europäische Parlament in
Straßburg hatte dem Entwurf bereits vorher zugestimmt.

Dass ausgerechnet aus dem Verbraucherschutzministerium Kritik am Werbeverbot
für eine Droge kommt, die jährlich 100.000 ihrer Konsumenten vorzeitig ins
Grab bringt, ist nur einer von vielen Widersprüchen. Während bei der
Cannabispolitik versucht wird, EU-weit eine einheitliche Politik
vorzuschreiben (siehe CLN#87, "EU: Tabakwerbeverbot und
Cannabismindeststrafen"), soll eine viel mildere Einschränkung bei der
ungleich schädlicheren Droge Tabak nach Ansicht der Bundesregierung bereits
eine Kompetenzüberschreitung darstellen. Wenn 3 von 5 Deutschen derzeit noch
gegen eine Strafbefreiung von Cannabisbesitz sind, begründet das nach
Ansicht der Politiker ein Festhalten am Verbot, wenn jedoch der selbe
Prozentsatz für ein Verbot von Tabakwerbung ist (darunter sogar fast die
Häfte der aktiven Raucher), dann spielt das politisch offensichtlich keine
Rolle. Die Bundesärztekammer spricht von einem "skandalösen Verhalten der
Bundesregierung".

Doch nicht nur die Politiker verdienen hier Kritik, sondern auch Zeitungs-
und Zeitschriftenverleger, die mit fadenscheinigen Argumenten die
Tabakwerbung verteidigen: Wenn die "Süddeutsche Zeitung" das Verbot in einem
Artikel unter dem Titel "Werbeverbote schaden der Gesundheit" kritisiert,
ist wohl nur die finanzielle Gesundheit der von Werbeeinnahmen abhängigen
Verlage gemeint.


Tabakwerbeverbot: EU verbannt den Marlboro-Mann [Spiegel, 02.12.2002]
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,225203,00.html

Werbeverbote schaden der Gesundheit [Süddeutsche Zeitung, 03.12.2002]
http://www.sueddeutsche.de/sz/printv.php?url=wirtschaft/aktuell/58324&datei=
index.php&ver=druck

Europäisches Tabakwerbeverbot: Skandalöses Verhalten der Bundesregierung
[Bundesärztekammer, 02.12.2002]
http://www.bundesaerztekammer.de/25/20021202/20021202.html

Deutschland gegen Tabakwerbeverbot [Neues Deutschland, 03.12.2002]
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=27505&IDC=7

KOPP: FDP unterstützt Künast gegen Tabakwerbeverbot [FDP.de, 03.12.2002]
http://www.fdp.de/portal/?presse=1&id=35580

Drogenwerbung muß weg! [['solid], 03.12.2002]
http://www.solid-web.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=66
0&mode=thread&order=0

Fact Sheets zur Einschränkung der Tabakwerbung [Schweizer Bundesamt für
Gesundheit]
http://www.bag.admin.ch/sucht/politik/tabak/d/tabakwerbung.pdf

EU: Tabakwerbeverbot und Cannabismindeststrafen [CLN#87, 29.11.2002]
http://www.cannabislegal.de/cln/cln087.htm#2

Werbung für Drogen:
http://www.cannabislegal.de/politik/werbung.htm


3. PRESSEMITTEILUNG  Nr. 16  5.12.2002
Bundesregierung arbeitet für Tabaklobby -  Honorar 11,8 Mio. Euro

Zur Ablehnung des europäischen Tabakwerbeverbotes durch die
Bundesregierung im Ministerrat erklärt der Verein für Drogenpolitik e.V.:

Die deutsche Drogenpolitik hat ihren Offenbarungseid geleistet: Es geht
ihr nicht um die Gesundheit der Bevölkerung, sonst hätte sie dem
Tabakwerbeverbot zugestimmt. Stattdessen blockiert sie mit Großbritannien
diese wichtige gesundheitspolitische Massnahme. Aktiv widmet sie sich
hingegen ihrer Lobbyarbeit für die Tabakindustrie. Dem Verein für
Drogenpolitik
e.V. liegt ein Brief des Gesundheitsministeriums an alle deutschen
Europaabgeordneten vor, in dem sie diese zur Ablehnung des Werbeverbotes
auffordert, gezeichnet von Ministerialrätin Schreiber, sonst
für das Thema Drogensucht zuständig.

Die deutsche Krebshilfe weist darauf hin, dass Jugendliche immer früher mit
dem Rauchen beginnen, dass Einstiegsalter liege heute bei 13 Jahren.
Prof. Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, sieht die
Ursache für die gestiegene Zahl an rauchenden Kindern und Jugendlichen
unter anderem in der Tabakwerbung.

Geradezu zynisch lesen sich nach der Abstimmung im Ministerrat zum
Werbeverbot die Texte der Drogenbeauftragten Caspers-Merk:

"Das Rauchen ist in Deutschland nach wie vor eines der größten
Risikofaktoren für die Gesundheit. Besonders junge Menschen sind von den
gesundheitlichen Gefahren des Rauchens betroffen. [...] So liegt
Deutschland mit seiner Gesamtraucherquote derzeit im oberen Drittel im
Vergleich mit den anderen EU-Staaten. Unser Ziel ist es, von diesem
schlechten Platz durch ein nationales Anti-Tabak-Programm einen
Spitzenplatz bei der Nichtraucherquote einzunehmen.[..] Für erwachsene
Raucherinnen und Raucher gibt es erhebliche Gesundheitsrisiken, die dazu
führen, dass jährlich in Deutschland weit über 100.000 Menschen an
tabakbedingten Erkrankungen sterben. Dies sind mehr als 300 Menschen pro
Tag."
http://www.bmgesundheit.de/inhalte-frames/inhalte_themen/drogen/
dokumente/informationen/raucherquote.htm

Die großen Gefahren des Tabakrauchens sind der Bundesregierung also
bekannt, warum handelt sie trotzdem gegen diese Erkenntnisse?
Sicherlich nicht weil Tabakwerbung keinen Einfluss hat, sonst würde die
Tabakindustrie nicht Millionen Euro dafür ausgeben. Auszuschließen ist
auch das Argument, Tabakwerbung würde nur den vorhandenen Markt
unterschiedlich aufteilen. Dieses Argument kann die immer jüngeren neuen
Raucher nicht erklären. Genausowenig wird die Bundesregierung um eine
mögliche Diskriminierung von Rauchern besorgt gewesen sein, schliesslich
ist ein Werbeverbot kein Konsumverbot.

So bleibt nur ein Grund übrig: Das Lobbying der Tabakindustrie, die
Bundesregierung hat sich schlichtweg von der Tabakindustrie kaufen lassen.
Zum einen durch (noch) unbekannte Spenden, und zum anderen durch die
11,8 Mio. Euro aus der "Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für
Gesundheit und dem Verband der Zigarettenindustrie". Dort findet sich
ein erhellender Satz,
was die Bundesregierung mit ihren Präventionsmassnahmen nicht tun darf:

"Die Maßnahmen dürfen nicht die Zigarettenindustrie,
deren Produkte oder den Zigarettenhandel diskriminieren..."

aus: Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und dem
Verband der Zigarettenindustrie, www.bmgesundheit.de

Erfolgreiche Alternativen zu dieser Politik hat die Kanadische Regierung
umgesetzt, mit
drastischen Präventivbotschaften auf Zigarettenschachteln weist sie auf die
Gefahren des Rauchens hin:

http://www.hc-sc.gc.ca/hecs-sesc/tobacco/legislation/warnings/warnings.html

Der Verein für Drogenpolitik e.V. stimmt Ärztepräsident Hoppe zu:
"Das Verhalten der Bundesregierung ist skandalös. Es ist
unverantwortlich, die Interessen einzelner Wirtschaftszweige über die
Gesundheit der Bevölkerung zu stellen. Wir können die Wirtschaft nicht
gesund rauchen."


3.  EU-Experten fordern andere Massnahmen zur Risikoreduzierung beim
Drogengebrauch als Repression. Repression ist keine angemessene
Massnahme zur Risikoreduzierung!

"Zur Reduzierung individueller und öffentlicher Gesundheitsrisiken
müssen sich realistische Maßnahmen in der Nachtszene auf die
Bereitstellung persönlich zugeschnittener, wissenschaftlich erwiesener
und ausgeglichener Informationen konzentrieren, insbesondere solcher
über die Möglichkeit langfristiger Gesundheitsschäden. Versuche, die
Beschaffbarkeit von Drogen unter Kontrolle zu bringen, sind keine
angemessenen Maßnahmen zur Risikoreduzierung."

HERAUSGEBER: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen
Gemeinschaften
© Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, 2002
Quelle: Drogen im Blickpunkt No. 6/02- (pdf, 4S., 133K) - ein 2
monatliches Briefing, dass von der Europäischen Beobachtungsstelle für
Drogen und Drogenrecht (EBDD) herausgegeben wird. Inhalt dieser Nummer:
Freizeitkonsum von Drogen - eine der grössten Herausforderungen für die
EU.
http://www.emcdda.eu.int/multimedia/publications/Policy_briefings/pb4_6/pb_0
6_DE.pdf


4.  Ist Prävention eine Glaubensfrage?
In der Prävention gibt es ein Theoriedefizit!

"In der Prävention haben wir tatsächlich ein gewisses Theoriedefizit. Es
gibt keine umfassende Aethiologietheorie zur Suchtgenese, sondern 30 bis
50 zur Auswahl. Hingegen gibt es zur Prävention eigentlich keine
Theorie. Für mich ist Prävention ein Zusammenspiel von verschiedenen
theoretischen Aspekten, so dass eine umfassende Hypertheorie der
Prävention, die man brauchen kann, gar nicht machbar ist."

Zitat: Gebhard Hüsler, ausgebildeter Jurist, promovierter Psychologe und

Psychotherapeut FSP; in: «Forschung und Praxis müssen von Anfang an am
gleichen Strick ziehen». Voneinander lernen? Anlässlich der zweiten
Forscher-Praktiker-Tagung «Voneinander lernen» Anfang September 2002 in
Zürich hat SPECTRA je einen Vertreter aus Forschung und Praxis
eingeladen, über ihre Zusammenarbeit zu diskutieren. Unsere
Gesprächspartner sind Gebhard Hüsler, Forschungsleiter von «supra-f» und
Marcelo Aragón, Leiter des Freiburger Projektes «Choice».

Zitiert aus: Wissenstransfer: Voneinander lernen II. Ein Rückblick auf
die Tagung vom September 02 - Grundpfeiler der Zusammenarbeit zwischen
Forschung, Politik und Praxis. Quelle: Spectra Nr. 35 (November 2002)
(pdf, 237KB, 8S) Gesundheitsförderung und Prävention -
Informationsschrift des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
 http://www.bag.admin.ch/sucht/publikationen/spectra/d/spectra35.pdf


5. Hochprozentiges Haschich in der Schweiz

Nur 20 Prozent von 57 Haschischproben hatten einen THC-Gehalt unter 10
Prozent. So stark war früher nicht einmal der stärkste Hanf. Der
Grossteil der Hanfproben hatte einen THC-Gehalt von 10 bis 20 Prozent.
Eine weitere Erkenntnis: Auf dem Markt ist fast ausschliesslich
Schweizer Hanf.  Jede fünfte Probe enthielt einen THC von über 20
Prozent. Das sind vier bis sechs mal mehr als noch vor wenigen Jahren.
Diese Ergebnisse wurden bei einer exlusiven Untersuchung der Schweizer
Fernsehsendung "Kassensturz" ermittelt.

http://www.sfdrs.ch/sendungen/kassensturz/php-d/story.php3?beitragid=457&dat
um=26.11.2002&check=no



6. Neue Texte zu Cannabis

Die British medical Journal hat in der aktuellen Ausgabe diverse Texte
zum Thema Cannabis publiziert

Cannabis and mental health
 http://bmj.com/cgi/content/full/325/7374/1183
Cannabis use and mental health in young people: cohort study
 http://bmj.com/cgi/content/abstract/325/7374/1195?ijkey=qFO9MWlyyP6o6
Cannabis use in adolescence and risk for adult psychosis: longitudinal
prospective study.
 http://bmj.com/cgi/content/full/325/7374/1212?ijkey=Y84i3rc.B6W0A
Lesen sie dazu auch einen ausführlichen Artikel und Kommentar auf
medpoint.ch zu diesen Aufsätzen (in deutscher Sprache).

http://www.medpoint.ch/frame.asp?subportal=Aspects_of_Journals_&ru=dokument&
ArtikelID=12822

Erhältlich ist ebenfalls der Cannabis 2002 Report von einer
wissenschaftlichen Cannabis Konferenz in Brüssel. Entstanden auf
Initiative der Gesundheitsministerien von Deutschland, Belgien,
Frankreich, Holland und der Schweiz. (pdf, 142S., 625KB).
 http://www.trimbos.nl/trimbos/Cannabis2002%20Report.pdf

7. Keine EU-Angleichung bei Coffeeshops

Beim Treffen der EU-Justizminister in Brüssel am Donnerstag und Freitag
(28./29.11.2002) lehnte der niederländische Justizminister Donner erneut die
Forderung einiger anderer EU-Länder ab, die Strafen für den Verkauf geringer
Mengen Cannabis in den Niederlanden auf ein Jahr Haft anzuheben. Dänemark,
das bis Jahresende den EU-Vorsitz hat, verschob daraufhin eine Entscheidung.
Besonders Schweden und Frankreich hatten versucht, die Niederlande zu einer
Änderung ihrer Toleranzpolitik zu Coffeeshops zu bewegen.

EU: Tabakwerbeverbot und Cannabismindeststrafen [CLN#87, 29.11.2002]
http://www.cannabislegal.de/cln/cln087.htm#2


8. Zweite Auflage des Cannabis-Infohefts

Vor einem Jahr veröffentlichte der Verein für Drogenpolitik e.V. (VfD)
zusammen mit akzept e.V. ein Informationsheft zu ihrer CannabisKampagne. Es
wurde an alle Abgeordneten des 14. Bundestages, an die Richter des
Bundesverfassungsgerichts und an Polizeipräsidenten, Landräte, Journalisten
und andere Personen verteilt sowie an den Infoständen des Vereins
vertrieben. Nun steht eine Neuauflage des Heftes bevor, die durch großzügige
Spenden sowie durch Mitgliedsbeiträge der VfD-Mitglieder ermöglicht wurde.
Sie können eine Vorabversion des Heftes bereits jetzt bei sich zuhause
ausdrucken und lesen.


Cannabisreform in Deutschland - Argumente und Fakten [Online-Version, 450
KB]
http://www.cannabislegal.de/infoheft/ci2.htm

Cannabisreform in Deutschland - Argumente und Fakten [Word-version zum
Druck, 420 KB]
http://www.cannabislegal.de/dateien/ci2.doc

Cannabisreform in Deutschland - Argumente und Fakten [Adobe PDF zum Druck,
390 KB]
http://www.cannabislegal.de/dateien/ci2.pdf



9. Hans-Christian Ströbele bei Stefan Raab

Am Mittwoch war der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele bei Stefan
Raab auf Pro Sieben zu Gast. Raab hat einen Ausschnitt aus einer Rede des
Politikers zu einem Video namens "Gebt das Hanf frei" verarbeitet, das seit
Montag auf dem Markt ist. Ströbele bekommt als Miturheber einen Anteil aus
dem Erlös, den er für die Legalisierungkampagne und für Suchthilfe zur
verfügung stellen will. Das gesamte Interview ist online zu sehen. Wer
direkt die Legalisierungskampagne unterstützen will, findet Kontonummern auf
unserer Spendenseite.


Hans-Christian Ströbele bei Stefan Raab [RealPlayer, Sendung vom 27.11.2002]
http://lsd.newmedia.tiscali-business.com/bb/redirect.lsc?stream=etvgmbh/down
load/tvtotal/show/frameset-s308-05.html&content=download&media=http

TV Total Homepage:
http://tvtotal.prosieben.de/

Homepage von Hans-Christian Ströbele:
http://www.stroebele-online.de/

Spenden für die Legalisierung:
http://www.cannabislegal.de/aktionen/spende.htm


10. CDU-Vorstandsmitglied für Cannabis-Legalisierung

Die Bundesvorsitzende des CDU-nahen Rings Christlich-Demokratischer
Studenten (RCDS), Barbara Wnuk-Lipinski, hat sich gegenüber der "Bild am
Sonntag" für eine Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. Die
christdemokratische Nachwuchspolitikerin ist Mitglied im Bundesvorstand der
CDU.

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Auch in anderen Bereichen forderte die 26-Jährige ein Umdenken ihrer Partei.
«Junge Leute müssen früher mit der Ausbildung fertig werden. Deshalb gehört
auch die Wehrpflicht abgeschafft», verlangte sie. Zudem sollte darüber
nachgedacht werden, «Haschisch und Marihuana zu legalisieren». Weiche Drogen
sollten aus der Kriminalität herausgeholt werden. Heftig griff Wnuk-Lipinski
die rot-grüne Koalition an: «Ich kenne viele junge Leute, die auswandern
wollen, wenn die weiter so eine Politik machen», sagte die CDU-Politikerin.
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(Yahoo! Schlagzeilen, 17.11.2002)

Im Mai diesen Jahres brachte der Kreisverband Flensburg der Jungen Union auf
dem Schleswig-Holstein-Tag der Organisation eine Entschliessung für die
Cannabisreform ein.


CDU-Vorstandsmitglied findet Christdemokraten altbacken [Yahoo!
Schlagzeilen, 17.11.2002]
http://de.news.yahoo.com/021117/12/32mhx.html

Homepages des RCDS:
http://www.rcds.de/

Politik mit Perlenkette [Spiegel, 10.09.2002]
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,202844,00.html

Junge Union Flensburg für Cannabisreform [CLN#65, 07.06.2002]
http://www.cannabislegal.de/cln/cln065.htm#5

Konservative und Cannabisreform:
http://www.cannabislegal.de/politik/konservative.htm

11.  Artikel zu Cannabis, Depressionen und Schizophrenie

Ein Leitartikel und mehrere Artikel in der aktuellen Ausgabe des British
Medical Journal (BMJ) befassen sich mit Cannabis und psychischer Gesundheit.
Es ist bekannt, dass Missbrauch von Cannabis, Medikamenten, Alkohol und
anderen Drogen unter Schizophrenikern weiter verbreitet ist als unter der
Durchschnittsbevölkerung. Seit langem wird diskutiert, ob Cannabis
ursächlich zur Entstehung von Psychosen und Schizophrenie beiträgt oder ob
Cannabiskonsum bei psychotischen Patienten ein Bewältigungsmechanismus ist.

Der BMJ-Leitartikel fasst mehrere Studien zum Thema zusammen, unter anderem
eine Nachfolgestudie zur schwedischen Andreasson-Studie aus den 80er Jahren
mit 50.465 Wehrpflichtigen. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass der Konsum
von Cannabis das Risiko von Schizophrenie in der untersuchten Gruppe um 30%
gesteigert habe. Der Leitartikel dazu: "Diese große Wirkung ist überraschend
und spiegelt sich noch nicht in einer gesteigerten Häufigkeit in der
Bevölkerung wieder." Ein Gesichtspunkt, den auch der australische
Wissenschaftl;er Wayne Hall in seiner Studie für die australische Regierung
im Jahre 1994 unterstützt. Er verweist darauf, dass die
Behandlungshäufigkeit von Schizophrenie im letzten halben Jahrhundert
abgenommen hat, während in der gleichen Zeit der Cannabiskonsum zugenommen
hat.

Andere interessante Fakten zur schwedischen Studie: 70% der
Cannabiskonsumenten hatten Erfahrungen mit anderen illegalen Drogen - in
Deutschland haben weniger als ein Viertel aller Personen mit
Cannabiserfahrungen Erfahrungen mit anderen illegalen Drogen. Trotz der
grossen Zahl der Rekruten insgesamt stützt sich die Studie auf ganze
achtzehn Schizophreniepatienten mit ausschliesslicher Cannabiserfahrung (5%
der Patienten), davon nur vier, die Cannabis 50-mal oder öfter verwendet
haben (1% der Patienten).

Ein weiterer Artikel in der selben Ausgabe berichtet über eine
neuseeländische Studie mit 1037 Teilnehmern. Unter Personen, die im Alter
von 15 Jahren von Cannabiserfahrung berichteten, waren schizophrenieartige
Symptome im Alter von 26 Jahren viermal häufiger als bei Nichtkonsumenten.
Bei Personen, die im Alter von 18 Cannabiserfahrung hatten aber noch nicht
mit 15 war kein Zusammenhang feststellbar. Wurde bei den mit 15 Jahren
Konsumerfahrenen berücksichtigt, ob bereits mit 11 Jahren psychotische
Symptome aufgetreten waren (also vor dem ersten Cannabiskonsum), dann war
auch dort das erhöhte Risiko nicht mehr statistisch signifikant.


Cannabis and mental health [British Medical Journal, 23.11.2002]
http://bmj.com/cgi/content/full/325/7374/1183

Cannabis und Schizophrenie:
http://www.cannabislegal.de/studien/schizo.htm


12. Termine zu Cannabis und Drogenpolitik:

28.02.2003-02.03.2003 Bern (CH): CannaTrade
08.04.2003-18.04.2003 Wien: UN Drogen-Konferenz
03.05.2003 Weltweit: Million Marijuana March
31.05.2003 Weltweit: Nichtrauchertag
26.06.2003 Weltweit: Anti-Drogen-Tag der UN
23.08.2003 Berlin: Hanfparade

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