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Zahl der jungen Raucher steigt - Trotzdem lehnt Deutschland ein Werbeverbot ab (2002-11-25)
Pubdate: 23. 11. 2002
Source: Süddeutsche Zeitung
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Copyright: © Süddeutsche Zeitung
Website: http://www.sueddeutsche.de
notes: online: 
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel4281.php

   Bericht der Drogenbeauftragten

Zahl der jungen Raucher steigt

Caspers-Merk auch über exzessiven Alkoholgenuss besorgt


Von Miriam Hippchen

Berlin – Zu viele Deutsche gefährden sich durch einen exzessiven Konsum 
legaler Drogen. Besonders die steigende Zahl jugendlicher Raucher gebe 
Anlass zur Besorgnis, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 
Marion Caspers-Merk (SPD), am Freitag in Berlin. Mehr als 35 Prozent der 
Bundesbürger unter 25 Jahren rauchen. „Beim Alkohol ist es nicht anders, 
in meinem Wahlkreis hat sich die Zahl der unter 16-Jährigen, die mit 
einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, in den 
letzten zwei Jahren verzehnfacht“, sagte die Bundestagsabgeordnete aus 
dem Kreis Lörrach.

Präventions- und Aussteigerprogramme für Jugendliche sollen deshalb laut 
Caspers-Merk ein Schwerpunkt in der Drogenpolitik für die neue 
Legislaturperiode sein. Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale 
Sicherung plant, seinen Aktionsplan gegen Drogen im Frühjahr kommenden 
Jahres im Kabinett vorzustellen.

Um den Tabakkonsum insgesamt zu senken, müssten mehrere Maßnahmen 
kombiniert werden, sagte Caspers-Merk. Vorstellbar seien eine Erhöhung 
der Zigarettenpreise und ein Rauchverbot in den meisten öffentlichen 
Gebäuden. Ein generelles Werbeverbot für Tabakwaren, das die 
EU-Kommission befürwortet, lehnt die Regierung ab. Das in der letzten 
Legislaturperiode beschlossene Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz 
setzt Caspers-Merk im eigenen Haus um. „Im Ministerium werden die 
Aschenbecher eingesammelt“, erklärte sie.

Gemeinsam mit ärztlichen Fachverbänden mahnt die Drogenbeauftragte die 
sorgsamere Verschreibung von psychoaktiven Arzneien an. Auch 
hinsichtlich der illegalen Drogen muss laut Caspers-Merk gehandelt 
werden. Es bedürfe einer offensiven Aufklärung der Jugendlichen über die 
Risiken von Cannabis und Ecstasy. Positiv sei, dass die Einstiegsrate 
bei Heroin stetig sinke, sagte Caspers-Merk. Die Zahl der Drogentoten 
hat sich in diesem Jahr im Vergleich zum vergangenen um 26 Prozent 
verringert.